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Ausstellungen >> "Das Gedächtnis des Körpers" >> Entwürfe 1998 Ausstellung "Das Gedächtnis des Körpers" - Entwürfe 1998 -
Unterwäsche der russischen Seele
Im Dritten Reich und in der UdSSR dachten die Menschen an die Unterwäsche, indem sie an das große Glück des ganzen Volkes dachten - egal, ob an ein ganz und gar arisch-proletarisches oder proletarisch-internationales Glück. Sie wuschen ihre Pantalons und Büstenhalter mit Seife, die aus dem Schweiß und Fett derjenigen produziert wurde, die an ihrem underwear fashion nicht teilnahmen. Unsere Vorschläge in bezug auf Gegenstände und Rubriken des russischen Teils der Ausstellung: 1. "Vor der Revolution". Ganz verschiedene Sachen: die Bauern, die im Mittelalter lebten (bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts fehlten in der traditionellen russischen Frauentracht Schlüpfer), und die vornehme Gesellschaft, die an Raffiniertheit und "Dekadenz" dem Westen nichts nachgab.
Auswahl von Ausstellungsgegenständen: Ikonographie - Originale und (oder) Reproduktionen von Bildern und graphischen Arbeiten, Photos und Kinodokumente, Zitate aus den wichtigsten literarischen Werken.
Das Gedächtnis des Körpers
Reiche und arme Wäsche, öffentliche und private, männlich und weiblich, westliche und eigene, gezeigte und versteckte - das sind einige der der Themen der Ausstellung. Die Ausstellung wird auf einer Fläche von ca. 1.000 Quadratmetern gezeigt. Der historische Teil der Ausstellung, der in thematische Kapitel unterteilt ist, wird Originalexponate umfassen sowie Fotos und Archivmaterialien über die Herstellung der Wäsche und ihrer staatlichen Standards. Einige Installationen zeitgenössischer Künstler (O. Tschernyschewa und A. Olschwang, I. Waldron, A. Tjomkina, die Gruppe "Fabrik gefundener Kleidung" u.a.) werden der Wäsche als Bild des Körperlichen, Intimen, Menschlichen des Sozialismus sowie Gender-Aspekten der Wäsche gewidmet sein. Die Unterwäsche wird in dem Projekt als letzte Grenze zwischen der Persönlichkeit und der Gesellschaft, dem Staat, der Macht gesehen; eine Grenze, die durch ihren intimen Charakter unbewußt bleibt. Im Sozialismus, der diese Grenze leugnete, war sie nicht einfach unbewußt, sie wurde aktiv verdrängt. Daher das ständige Gefühl von Unbeholfenheit, Scham und Schuld, das die Erinnerungen an die sowjetische Wäsche begleitet. Deshalb wird die ganze Ausstellung von Erzählungen von Menschen über ihre Erfahrung mit Unterwäsche in den Sowjetjahren durchdrungen sein, über lustige, witzige und traumatische Erfahrungen. Das werden wahre Erzählungen sein und Fragmente literarischer Memoiren, die in die Ausstellung realer Objekte als Kommentare zu ihnen integriert werden. Außerdem wird sich durch die gesamte ausstellung die Videoinstallation des Künstlers Dmitrij Gutov ziehen - eine Kette von Monitoren mit einem Film, in dem prominente Menschen in Rußland über ihren persönlichen Kontakt mit sowjetischer Wäsche erzählen, und darüber, wie über intime Alltagsgegenstände ein Kontakt mit dem System entstanden ist. In Rußland soll die Ausstellung zuerst in Nishnij Nowgorod gezeigt werden, danach in Perm, St. Petersburg und vermutlich Moskau. Sie wird von verschiedenen Aktionen begleitet werden: Seminare, Konferenzen, Performances in verschiedenen Räumen, die keine Ausstellungsräume sind (Fabriken, Saunen etc.). So nimmt die Ausstellung den Charakter eines echten Ereignisses an. Vorgesehen ist die Publikation des Kataloges mit Aufsätzen von Kulturologen, Philosophen, Historikern und Kunsthistorikern. Das Projekt stellt sich die Aufgabe, die Details des sowjetischen Alltags bedacht und kritisch zu restaurieren, des Alltags, der rasch verlorengeht, während es für die Menschen wichtig ist, persönliche Zeugnisse dieser Epoche zu bewahren. Eine solche Ausstellung kann ein Instrument für eine ernsthafte wissenschaftliche Darstellung der Modelle des sozialistischen Alltags werden und gleichzeitig ein emotionales Ereignis für viele Menschen, bei denen, wie sich bereits gezeigt hat, das Thema auf großes Interesse stößt und ein lebhaftes Echo hervorruft. Die Ausstellung soll so breit wie möglich in der lokalen und föderalen Presse präsentiert werden und wird ohne Zweifel ein wichtiger Meilenstein in der Bewertung der jüngeren Vergangenheit, im Durchleben dieser Vergangenheit und im Abschiednehmen von ihr sein. Ausstellungen >> "Das Gedächtnis des Körpers" >> Entwürfe 1998 |
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