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Konferenzen >> Nizhni Novgorod 1995 - Programm >> Tagungsbericht
Konferenz "Zentrum und Peripherie". Nizhni Novgorod 18.-21. September 1995

Tagungsbericht


Veranstalter:

Goethe-Institut Moskau * Land Niedersachsen * Galerie "Kariatida" Nizhni Nowgorod

Beteiligte Einrichtungen:

Abteilung Bildende Kunst des Russischen Kulturministeriums * Kunstmuseum Nizhni Nowgorod * Abteilung Kunst und Kultur der Gebietsverwaltung Perm * Kulturologisches Institut des Russischen Kulturministeriums * Architekturmuseum Moskau * Staatliche Kunstgalerie Perm * Wladimirer-Suzdaler Museum für Architekturgeschichte * Volkskundemuseum Nizhni Nowgorod * Staatliches Museum der Politischen Geschichte * Städtisches Kunstmuseum Omsk * Staatliches Zentrum Moderne Kunst Moskau * Staatliches Zentrum Moderne Kunst St. Petersburg * Soros Foundation * Kunstmuseum Iwanowo * Galerie "Forum", Jaroslawl * Russisches Museum St. Petersburg * Universität Viadrina, Frankfurt/Oder * Carl von Ossietzsky Universität Oldenburg * Bundesinstitut für ostdeutsche Kultur und Geschichte * Tuchmacher-Museum Bramsche * Museumsdorf Cloppenburg * Städtische Kunstgalerie Delmenhorst

Konferenz 'Zentrum und Peripherie'Die Konferenz von Museologen, maßgeblichen Vertretern der russischen Kulturverwaltung und Wissenschaftlern der Universität brachte das Verhältnis von Zentrum und Peripherie, universaler Geltung und Provinzialität in einer Zeit zur Sprache, als die wachsende Selbständigkeit der russischen Provinzen eine besondere politische Sprengkraft bekommen hatte. Museologen und Kulturwissenschaftler (Historiker, Ethnographen, Soziologen) aus den Zentren Moskau und St. Petersburg traten im Beisein ihrer deutschen Kollegen in einen weitreichenden und lebhaft kontroversen Diskurs über die bislang verkannte kulturelle Bedeutung der russischen Provinz ein.

Der Tagungsort, die Galerie "Kariatide", repräsentiert - als Folge der Konferenz - in ihrer jüngsten Entwicklung beispielhaft die von dieser Diskussion ausgehenden gravierenden Veränderungen: Gegründet als private Galerie und Gegenveranstaltung zum konservativen lokalen Kunstmuseum, ist die "Kariatide" inzwischen eine Außenstelle des Instituts für Zeitgenössische Kunst Moskau und damit ein Beispiel für die erfolgreiche Aufwertung regionaler Initiativen im Kulturbereich.

Resumée

Versuche, aus diesen Diskussionen ein auch praktisch wirksames museologisches Netzwerk zu etablieren, konnten nur teilweise gelingen. Die Themenstellung der Konferenz richtete sich auf allgemeine Parameter politischen Wandels und deren Auswirkung auf regionale Kulturpolitik. Die Konferenz führte in mehrfacher Hinsicht die Extreme dieses Spannungsfeldes zusammen: Vertreter aus den Zentren und der russischen wie der deutschen Peripherie, von Theorie (Universität) und Praxis (Museum), von Politik und Kultur, von Kunst- und kulturhistorischen Museen.

Der große Erfolg der Konferenz lag in der Eröffnung eines seither nicht abreißenden Diskussionsprozesses über kulturelle Belange im bilateralen Vergleich. Die breite fachliche und geographische Streuung der Teilnehmer schuf die Grundlage für eine andauernde Resonanz des Kulturaustauschs in beiden Ländern. Dieses informelle personale Netzwerk wurde ein Ausgangspunkt für die Konzepte fachlicher Kooperation in den folgenden Jahren.

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