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Konferenzen >> Perm September 1996
Konferenz "Museum und Publikum" - Perm 20.-21. September 1996


Veranstalter:

Goethe-Institut Moskau * Land Niedersachsen * Kulturverwaltung des Permer Bezirks

Beteiligte Einrichtungen:

Staatliches Museum für Bildende Kunst der Republik Tatarstan * Russ. Akademie der Wissenschaften Jekaterinburg * Institut für Wirtschaftswissenschaften Perm * Kunstmuseum Samara * Zentrum Museumspädagogik beim Russ. Museumsamt St. Petersburg * Lehrstuhl für Kulturmanagement Perm * Permer Museum für Landesgeschichte, Außenstelle Ossa * Museum für Landesgeschichte Solikamsk * Permer Restaurationswerkstätten * Staatliche Kunstgalerie Perm * Kunstmuseum Krasnodar * Kunstmuseum Kurgan * Akademie für Geisteswissenschaften Perm * Permer Museum für Landesgeschichte * Kunstmuseum Wjatka * Pädagogische Hochschule Perm * Kunstmuseum Tula * Kunstmuseum Saratow * Museum für Landesgeschichte Beresniki * Gemäldegalerie Pensa * Puschkin Museum Moskau * Permer Staatliche Technische Universität * Pädagogisches Kolleg Solikamsk * Institut für Kunstwissenschaft Perm * Russisches Museum St. Petersburg * Permer Regionalzentrum für Unternehmensförderung * Kunstmuseum Omsk * Permer Jugendzentrum * Historisches Museum Schwerin * Freie Universität Berlin * Stadtbibliothek Bremen * Museumsdorf Cloppenburg * Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsens * Galerie 42, Oldenburg * Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück * Radio Bremen

Russische Kultureinrichtungen außerhalb der Hauptstadt leiden unter einem rapiden Schwund der Besucher, der vergleichbare Einbrüche in westlichen Einrichtungen bei weitem übersteigt. Präsentationen mit vorwiegend pädagogisch-autoritärem Akzent haben die Arbeitsweisen der Musealogen und die Erwartung des Publikums dauerhaft geprägt.

Die Konferenz thematisierte vor diesem Hintergrund zum einen die Rolle des Museums in einer sich völlig neu formierenden städtischen und regionalen Öffentlichkeit, zum anderen die Möglichkeiten einer Neugestaltung kultureller Einrichtungen als Orte der Befreiung der Wahrnehmung und der Lust am Schauen.

Resumée

Die Konferenz erreichte in beeindruckender Weise die beabsichtigte Konfrontation unterschiedlicher Erwartungshaltungen. Vor allem standen sich - auch innerhalb des russischen Teilnehmerkreises - Vorstellungen einer postsozialistischen direktiven Museumspädagogik nach dem Muster der deutschen Reformpädagogik der Jahrhundertwende (Kerschensteiner u.a.) und die Öffnung zu ästhetischen und didaktischen Experimenten gegenüber. Die Konferenz konnte insofern in einen beginnenden Meinungsbildungsprozeß der russischen Museologie ergänzend und reflektierend eingreifen. Gleichzeitig wurde damit von der deutschen Seite ein bislang unbekannter Aspekt der gesamteuropäischen Diskussion um die Präsentation des kulturellen Erbes rezipiert.

Deutlich empfunden wurde bereits während der Konferenz die noch fehlende Möglichkeit, die aufgeworfenen Fragen in einer dauerhaften deutsch-russischen Kooperation auch praktisch umzusetzen und in ihrer konzeptionellen Konsequenz zu erproben. Mit der größeren Öffnung aller Einrichtungen gegenüber zeitgenössischen Einflüssen hatte sich auch der Stellenwert bilateraler Konferenzen spürbar gewandelt. Aus einem Forum erster Kontakte nur Verständigung und Netzwerkbildung war zunehmend eine Plattform des Informationsaustausch geworden, die nach weiteren Ebenen der Zusammenarbeit verlangt.

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