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Kulturmarketing mit dem Museumsdorf Cloppenburg im russischen Saratow

Karl-Heinz Ziessow

Das frühere deutsche Konsulat in Saratow

Das frühere deutsche Konsulat in Saratow
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Karte des 'Europaeischen Russland

Karte des Europäischen Russland
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Uebersicht der Siedlungsgebiete'

Übersicht der Siedlungsgebiete
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Die Stadt Saratow an der unteren Wolga ist am 30. und 31. Oktober 1999 das Ziel von Dr. Karl-Heinz Ziessow aus dem Museumsdorf Cloppenburg. Dort leitet er ein zweitägiges Seminar zum Thema "Marketing in Kultureinrichtungen", das gemeinsam mit dem Goethe-Institut Moskau und dem Sibirischen Städteverband durchgeführt wird. Mit von der Partie aus Niedersachsen sind Barbara Krüger von der Staatsoper Hannover und Dr. Thorsten Rodiek, der Direktor des Nußbaum-Museums in Osnabrück. Im dem Seminar wird es um die kundenfreundliche Präsentation von Museen und Theatern, um Werbung und Vermarktungsstrategien gehen. An praktischen Projekten wird die Arbeit mit unterschiedlichen Informationsmedien, vom Plakat über die Zeitung bis zum Internet, diskutiert und erprobt.

Für Kenner der deutsch-russischen Geschichte ruft die Stadt Saratow Erinnerungen an die legendäre Siedlungspolitik der russischen Zarin Katharina II. wach. Im Dezember 1762 lud die Zarin Ausländer ganz Europas ein, sich an den Grenzen des Russischen Reiches niederzulassen. Dem überaus größten Teil der 30.000 Siedler, von denen die viele aus Hessen stammten, wurde Land in Kolonien in der Umgebung von Saratow zugewiesen. Probleme mit völlig anderen klimatischen Bedingungen und zahlreiche Überfälle durch benachbarte Völker beherrschten die Anfänge dieser "Wolgadeutschen".

Erst um 1850 konnte man dort von einem bescheidenen Wohlstand sprechen. Einige Gebäude im Stadtgebiet von Saratow erinnern noch heute an diese Zeit vor der Russischen Revolution. Die Gründung einer Autonomen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen 1926 bot allerdings keinen Schutz gegen die Welle der Enteignungen und Zwangskollektivierung, die viele der Landbesitzer in die Flucht und Emigration trieb. Geradezu traumatische Erinnerungen verbinden sich dann mit der Zeit nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Jahre 1941. Die gesamte noch an der Wolga verbliebene deutschstämmige Bevölkerung wurde deportiert und nach Kasachstan oder Westsibirien umgesiedelt, wo sich bis zu den Aussiedlungswellen unserer Tage dann die größten Siedlungsgebiete der Russlanddeutschen befanden.

01.11.1999

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