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Heinrich Vogeler "Grafiken"

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Pressemitteilungen

Heinrich Vogeler in Russland

Karl-Heinz Ziessow

Den Jugendstilkünstler Heinrich Vogeler in Rußland zu zeigen, also dort, wo er vor allem als Beobachter, als malender Revolutionär und zunehmend skeptischer Agitator auftrat, dies könnte man als den Zweck einer Reise bestimmen, den die Sammlung von 46 Grafiken des Künstlers von Worpswede aus in das etwa 4.000 Kilometer entfernte Perm am Ural angetreten hat.

Vogeler, der Bremer Kaufmannssohn, hatte sich nach seinem Düsseldorfer Studium hierher nach Worpswede in die Künstlerkolonie zurückgezogen, um in seinem "Barkenhoff" ein Gesamtkunstwerk im Stil der Zeit zu schaffen. Von der Kunst und Dekorationskunst bis hin zur Architektur reichten seine Arbeiten, die er in- und außerhalb Worpswedes anfertigte, darunter auch die Ausgestaltung der Güldenkammer im Bremer Rathaus in den Jahren 1904 und 1905. Politisiert durch das Erlebnis des Ersten Weitkriegs und zunehmend der kommunistischen Bewegung zugewandt, änderten sich auch die künstlerischen Ausdrucksformen Vogelers, bestimmten kubistische und expressionistische Formen zunehmend sein Werk.

Eroeffnung der Vogeler-Ausstellung in
PermEröffnung der Vogeler-Ausstellung in Perm: Heidi Alm-Merk, Nds. Ministerin für Justiz und Europaangelegenheiten. Nadeshda Beljajeva, Direktorin der Staatlichen Kunstgalerie Perm

Einer ersten Reise in die Sowjetunion im Jahre 1923 folgte Jahre später die endgültige Übersiedlung der Familie Vogeler. Wie viele andere Deutsche ereilte Vogeler nach dem Überfall deutscher Truppen das Schicksal der Deportation nach Kasachstan. Der Künstler, der schon in Moskau unter schwierigsten Bedingungen gearbeitet hatte, starb hier unter elenden Bedingungen. Sein Grab ist bis heute unbekannt.

Die Ausstellung, die Arbeiten Vogelers von der Zeit des Jugendstils bis hin zu seiner ersten Rußlandreise zeigt, ist Teil eines seit Jahren vom Museumsdorf mitgetragenen Kui-turaustauschprogramms zwischen Niedersachsen und der Partnerregion Perm. Persönliche Begegnungen, gemeinsame Konferenzen und kulturelle Projekte knüpfen ein stets fester werdendes Band zwischen den beiden so weit auseinanderliegenden Regionen und entfalten stets neue Impulse zum gegenseitigen Nutzen. So auch im Falle dieser Ausstellung: im nächsten Jahr, wenn die Sammlung aus Rußland zurückgekehrt ist, darf sich auch das Cloppenburger Publikum auf eine Präsentation dieser reizvollen Arbeiten des Worpsweder Künstlers freuen.

Vogeler-BroschuereFür den russischen Markt bestimmt ist diese Broschüre zur Vogeler-Ausstellung, die vom Museumsdorf herausgegeben wurde.



Juli 1997

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