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Pressemitteilungen

Zwei Länder - zwei Museen

Karl-Heinz Ziessow

Aus heutiger Perspektive verfolgt man die Gründungsgeschichte der Staatlichen Kunstgalerie in Perm mit gemischten Gefühlen. Wie viele ihrer Art ein frühes Kind der russischen Revolution, wurde sie 1922 in einem der markantesten Gebäude dieser historisch noch jungen Stadt untergebracht, in der 1724 erbauten Peter-und-Paul-Kathedrale. Die Verstaatlichung kirchlichen Eigentums durch die sozialistische Republik bildete auch den Hintergrund für die ethnographische Exkursion des ersten Museumsdirektors, N. N. Serebrennikov, im Jahre 1925. Durch sie wurde der heute weltberühmte Bestand an Kirchenskulpturen zusammengetragen, eine für Rußland einmalige Sammlung figurativen Schaffens von Künstlern in der Permer Region.

Die Staatliche Kunstgalerie in
Perm

Die Staatliche Kunstgalerie in Perm

Als Kunstmuseum für die Permer Provinz, den "oblast" mit einer Fläche von 160.000 Quadratkilometern, hatte die Staatliche Kunstgalerie während der sowjetischen Zeit allerdings in erster Linie die pädagogische Aufgabe, einen repräsentativen Querschnitt durch die europäische und die russische Kunstgeschichte zu bieten. Gezeigt werden daher neben italienischen, holländischen und französischen Künstlern des 15. bis 18. Jahrhunderts russische Klassiker wie Shishkin und Repin, aber auch die Permer Künstler unseres Jahrhunderts. Eine Ausweitung in den Bereich zeitgenössischer Weltkunst hat die Sammlung erst in den letzten Jahren erfahren, nicht zuletzt auch durch die Kontakte nach Niedersachsen im Rahmen eines intensiven Kulturaustauschs zwischen den Einrichtungen aus beiden Ländern. Ein besonders herzlicher Glückwunsch geht daher auch aus Cloppenburg an die Permer Kollegen, verbunden mit dem Wunsch nach weiterer Ausweitung der freundschaftlichen Zusammenarbeit in den kommenden Jahren.

Ethnographische Exkursion 1920

Ethnographische Exkursion 1920: Verstaatlichtes kirchliches Eigentum bildet den Grundstock des heute weltberühmten Bestandes an Kirchenskulpturen der Permer Staatlichen Kunstgalerie

Oktober 1997

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