Ausstellungen >> Paperroads >> Geleitwort PaperRoads - Ein Kunstprojekt von Wolfgang Tiemann zu 1250 Jahren Papiergeschichte
Geleitwort des Schirmherrn Prof. Dr. Rolf Wernstedt Präsident des Niedersächsischen Landtags
Das Projekt "PaperRoads" von Wolfgang Tiemann
(Text in englischer Übersetzung: The PaperRoad Project by Wolfgang Tiemann)
Als vor etwa 1250 Jahren die Verbreitung des Wissens über die Herstellung des Papiers von China über den islamischen Raum bis nach Europa ihren Anfang nahm, ahnte vermutlich niemand, wie wichtig dieses Material für die kulturelle Entwicklung der Menschheit einmal werden sollte. Die Verbreitung der Schreibkultur und des Buchdrucks, der Gelehrsamkeit und des Schulwesens im islamischen Raum und später auch in Europa basierte wesentlich auf der Kunst der Papierherstellung und immer neuer Techniken und Innovationen. Heute ist das "heilige Material", als welches Papier lange Zeit im Osten galt, ein Produkt des Alltages geworden und an der Schwelle eines weiteren kulturellen Schritts in Richtung neuer Medien mag manch einer glauben, dass der Siegeszug des Papiers seinen Höhepunkt bereits überschritten hat.
Das Projekt "PaperRoad" des niedersächsischen Künstlers Wolfgang Tiemann erinnert an die weitgehend vergessene Geschichte der Verbreitung des Papiers von China Richtung Westen. Wolfgang Tiemanns Arbeit verbindet Kulturgeschichte mit künstlerischem Ausdruck. Die von dem Künstler verwandten Papierbahnen dienen als Oberfläche für die Darstellung von Symbolen und Sinnbildern, welche auf die Einflüsse der an der Papierverbreitung beteiligten Kulturkreise verweisen. Die Verwendung des Materials und die künstlerische Darstellung gehen so eine auf das Thema hinweisende Verbindung ein. Die monumentale Größe der Radierungen unterstreicht die Bedeutung des Trägermaterials und lässt den aufwendigen, mit hohem künstlerischen Einfühlungsvermögen durchgeführten Druckvorgang ahnen.
Eine weitere Verbindung zur Thematik des Projektes stellen die Orte seiner Präsentation dar. In Samarkand, dem Standort der ersten Papierwerkstätten im islamischen Raum, wird die Ausstellung zum ersten Mal im März 2002 der Öffentlichkeit gezeigt. Weitere Ausstellungen an Orten, die mit der Verbreitung des Papiers in Zusammenhang stehen, werden folgen. Hierzu gehören Hildesheim (Juni-Aug. 2002), Cordoba/Sevilla (Okt./Nov. 2002) und vermutlich auch Nürnberg und Schanghai.
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