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papeRRoads - Die Förderer des Projektes

Wolfgang Tiemann: paperRRoads
(Migrating Media)

Geleitwort des Schirmherrn Prof. Dr. Rolf Wernstedt

Eröffnungsrede zur Ausstellung "PaperRoads" von Wolfgang Tiemann im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim von Prof. Dr. Rolf Wernstedt

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Ausstellungen >> Paperroads
PaperRoads - Ein Kunstprojekt von Wolfgang Tiemann zu 1250 Jahren Papiergeschichte

Wolfgang Tiemann
Wolfgang Tiemann: papeRRoads
Migrating Media through 1250 Years
(Text in englischer Sprache)

Projektbeschreibung

Omayaden-Moschee Damaskus

PaperRoads - Die nächste Station:

Damaskus / Syrien

Ende August 2004

***

PaperRoads - Werkzyklus:

zwanzig monumentale Radierungen mit einer Größe von 4,80 X 1,27 Metern



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Das Jahr 751 gilt als der Zeitpunkt, an dem die chinesische Kunst des Papiermachens in Samarkand in die Hand von arabischen Kaufleuten gelangte. In der historischen Erinnerung hat sich hier ein technologischer Diffusionsprozess von mehreren Jahrzehnten mit dem Ereignis der Schlacht bei Talas in der Nähe von Samarkand verbunden, der ersten kriegerischen Berührung der expansiven islamischen Kultur mit dem chinesischen Reich.

Der Hannoveraner Künstler Wolfgang Tiemann hat dieses 1250 Jahre zurückliegende Ereignis zum Anlass genommen, einen Zyklus von neunzehn monumentalen Radierungen zu entwerfen, die allein durch ihre Größe von 4,80 X 1,27 Metern den Stellenwert des Materials Papier vor Augen stellen. Das Museum für Landeskunde in Samarkand hat diese Initiative aufgegriffen und gemeinsam mit dem Künstler eine Performance auf dem märchenhaften Registan-Platz entwickelt. Diese Veranstaltung ergänzte die Ausstellung mit einer öffentlichen Präsentation auf dem zentralen Platz der Stadt.

Wolfgang Tiemann hat in den letzten fünf Jahren eine Reihe von sehr erfolgreichen internationalen Tourneen mit seinen Arbeiten durchgeführt, an die auch das Projekt "PaperRoads" anschließt. Der Zyklus "Spuren" mit Arbeiten der späten neunziger Jahre wurde in einer zweijährigen Tournee in Deutschland, Mittel- und Osteuropa präsentiert. Magdeburg, New York und Berlin sind Stationen einer Retrospektive der letzten 20 Jahre gewesen. In die Reihe der internationalen Aktivitäten des Künstlers gehört schließlich auch ein längerer Arbeitsaufenthalt des Künstlers in Cuba im Februar 2000. An diesem Arbeitsaufenthalt nahmen außer Wolfgang Tiemann auch Georges Wenger aus Winterthur sowie Wolfgang Buchta aus Wien teil. Wolfgang Buchta ist jetzt auch bei der drucktechnischen Realisierung der neuen Arbeiten für den Zyklus "PaperRoads" beteiligt.
Der Präsident des Nds. Landtages hat für die Künstleraktion "PaperRoads" die Schirmherrschaft übernommen und unterstützt dadurch insbesondere ihre Bedeutung für den internationalen Kulturaustausch.

Der über 600 Jahre voranschreitende Weg des Papierherstellung von Samarkand bis zum Bau der ersten deutschen Papiermühle in Deutschland ist ein einzigartiges Beispiel für die grenzüberwindende Kraft technisch-kultureller Innovation. Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Freilichtmuseum Cloppenburg, das über ein reichhaltiges Feld von Erfahrungen im Bereich internationaler Kooperation verfügt, wurde daher das Konzept einer Ausstellungstournee für die Werke Wolfgang Tiemanns entwickelt, die den Weg der Papiertechnik von China über Arabien bis nach Deutschland nachzeichnet. Kurator des Gesamtprojekts ist der Kustos des Museumsdorfes Cloppenburg, Dr. Karl-Heinz Ziessow.
Das Projekt "PaperRoads" besteht demnach aus drei Abschnitten, die voneinander unabhängig und zeitlich nacheinander durchgeführt werden.

  • Projektabschnitt I (Mai bis September 2001) umfasst den Entwurf, die Gestaltung der Druckplatten und den Druck von etwa 20 lithographischen Arbeiten in einer Größe von 4,80 X 1,27 Metern. Diese Arbeit wird außer vom Engagement des Künstlers vor allem durch ein umfangreiches Sachsponsoring von mittelständischen Unternehmen getragen, die die Druckplatten, das Papier, die Druckwalze und die Herstellungsräume zur Verfügung stellen.
  • im Projektabschnitt II (Februar bis Dezember 2002) sind die Präsentationen der Werke in Samarkand und in Niedersachsen geplant. Das Museum für Landeskunde in Samarkand, betreut den Aufenthalt in Usbekistan und vermittelt den Kontakt zu lokalen Kulturvertretern. Im Anschluss an diese Fortführung der Arbeit in Samarkand kehren alle Werke nach Niedersachsen zurück und werden hier zunächst, zusammen mit einer Dokumentation des bisherigen Prozesses, im Museumsdorf Cloppenburg vorgestellt. Geplant ist danach - als Fortführung des historischen Bezuges auf das weite historische Feld der Schriftkultur - eine Serie von kurzen open air-Präsentationen bei niedersächsischen Klöstern und als Abschluss eine Ausstellung in einem Kunstmuseum. In Kooperation mit einem niedersächsischen Verlag entsteht ein aufwendig gestaltetes Künstlerbuch, das die Werke Wolfgang Tiemanns großformatig wiedergibt, begleitet von fünf Aufsätzen von international renommierten Historikern und Kunsthistorikern sowie einer Fotodokumentation der Arbeit in Niedersachsen und in Samarkand.
  • Projektabschnitt III (2003) zeichnet in einer Folge von Ausstellungen den Weg der Papiertechnik nach. Als Stationen sind Peking, Bagdad, Damaskus, Marrakesch, Cordoba, Mailand und Nürnberg geplant.
Das Projekt "PaperRoads" lenkt mit künstlerischen Mitteln die Aufmerksamkeit auf einen bis in das Medienzeitalter hinein zentralen Prozess technischer Diffusion, der drei große Weltkulturbereiche verbindet: China, Arabien und Europa. Das Bewusstsein von weitreichenden historischen Verbindungen in diesen Raum hinein ist durch die Verlagerung der politisch-geographischen Aufmerksamkeit in den transatlantischen Raum hinein in Europa weitgehend verschüttet. Kulturelle Unkenntnis dieser Regionen stellt ein wesentliches Hindernis für die angemessene öffentliche Wahrnehmung von Veränderungen in diesem Raum dar und verhindert langfristig den Prozess der politischen Annäherung.

Gerade scheinbar "unpolitische" Vorgänge wie die historische Diffusion solcher unmittelbar verständlichen Techniken wie der Papierherstellung sind geeignet, die Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit fremden Kulturen zu fördern. Das hier vorgestellte Projekt "PaperRoads" eröffnet daher über die künstlerische Begegnung hinaus zahlreiche Perspektiven weiterer Verwendungszusammenhänge, so z.B. für den bilateralen Kulturaustausch mit den an der Ausstellungstournee beteiligten Ländern, für die schulische Bearbeitung der historischen Aspekte des Globalisierungsprozesses sowie für die didaktische Veranschaulichung der Technik der Radierung. Die Dokumentation des Gesamtprojekts dient auch dazu, für diese Weiterungen umfangreiches Material bereitzustellen.

Ausstellungen >> Paperroads



 
 
 
 



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