![]() |
|
Ausstellungen >> Paperroads >> Pressestimmen >> Evangelischer Pressedienst 26.03.2002 PaperRoads - Ein Kunstprojekt von Wolfgang Tiemann zu 1250 Jahren Papiergeschichte
Pressestimmen
Der Traum von Samarkand - Hannoveraner Künstler zeichnet den Weg des Papiers von Zentralasien nach Europa nach - Demnächst in Hildesheim Von Jürgen Prause (epd) Samarkand (epd). Auf einer 25 Meter langen Papierbahn trägt Wolfgang Tiemann mit kräftigem Schwung schwarze und rote Farbe auf. Der Hannoveraner Künstler arbeitet vor märchenhaft anmutender Kulisse. Das Papier ist auf einer Holzbühne ist auf dem Registan-Platz im usbekischen Samarkand ausgerollt. Der Platz wird von drei prächtigen islamischen Hochschulen aus dem 15. bis 17. Jahrhundert eingerahmt. Die Gebäude mit ihren leuchtenden türkisfarbenen Kuppeln und den bunt verzierten Fassaden bilden eine Kulisse wie aus 1001 Nacht. Nach drei Stunden Arbeit ist das monumentale Kunstwerk vollendet: Lebensgroße menschliche Silhouetten und architektonische Details sind auf dem Papier zu erkennen. Tiemann lässt den Blick prüfend über die Bahn wandern und befindet: "Die Kraftlinien stimmen. Da ist graphischer Rhythmus drin." Der Künstler erfüllt sich mit der Aktion einen Traum. Seit Jahren schon treibt ihn die Idee um, auf einem der schönsten Plätze Mittelasiens ein Bild zu malen. "Mit dem Hauch der Geschichte im Nacken", wie er sagt. Doch eigentlich ist Tiemann für ein ungewöhnliches Ausstellungsprojekt nach Usbekistan gekommen. Im Museum für Kunst- und Kulturgeschichte in Samarkand zeigt der Künstler erstmals 17 großformatige Lithographien (4,80 x 1,27 Meter) aus seinem Zyklus "Paperroads". Dieser zeichnet den Weg des Papiers von Asien nach Europa entlang der legendären historischen Seidenstraße nach und vereint Motive aus der chinesischen, der arabischen und der abendländischen Zivilisation. Seine Arbeiten werden demnächst auch in Deutschland zu sehen sein. Für die Erst-Ausstellung hat Tiemann nicht zufällig Samarkand ausgewählt. Die rund 2.700 Jahre alte Stadt, einst eine wichtige Kultur- und Handelsmetropole an der Seidenstraße, hat für die Verbreitung des Papiers von China über Zentralasien und Arabien bis nach Europa zentrale Bedeutung. Hier gelangte vor mehr als 1.250 Jahren das Wissen um die von den Chinesen erfundene Kunst der Papierherstellung in die Hand arabischer Kaufleute. Der Legende nach waren es chinesische Kriegsgefangene, die das Geheimnis im Jahr 751 verrieten. Danach dauerte es noch mehrere hundert Jahre, bis das Papier mit den Arabern nach Spanien gelangte. In Europa schrieben die Mönche auf Pergament, als das Papier nach Europa kam. Papier galt im Vergleich zum Pergament zunächst als billiges und minderwertiges Material. Erst seit dem 14. Jahrhundert breitete sich das Papier in Europa aus, da der Ausbau der staatlichen Verwaltungen einen steigenden Papierbedarf zur Folge hatte. Lange vor der heutigen Globalisierung fand damit "eine Weltbewegung von Kulturen" statt, die prägend für die europäischen Gesellschaften war, sagt Karl-Heinz Ziessow, Historiker und Kurator des "Paperroads"-Projekts. Zentralasien diente dabei als Bindeglied zwischen den Kulturen, die Tiemanns Zyklus künstlerisch wieder zusammenführt. Für den Künstler stand daher nach der Fertigstellung seiner Graphiken fest: "Ich muss diese Arbeiten in Samarkand präsentieren." Nach dem kurzen Gastspiel in Samarkand werden die Arbeiten Tiemanns in Deutschland zu sehen sein. Am 30. April wird eine Ausstellung im Roemer und Pelizaeus-Museum in Hildesheim eröffnet. Im Oktober soll der Zyklus dann im spanischen Sevilla gezeigt werden. Für 2003 ist bereits eine Ausstellung in Shanghai geplant. Weitere Informationen im Internet unter www.eastwestculture.org. Copyright © Evangelischer Pressedienst 2002. Erscheinungsdatum 26.03.2002 Ausstellungen >> Paperroads >> Pressestimmen >> Evangelischer Pressedienst 26.03.2002 |
| Home .. Ausstellungen .. Begegnungen .. Konferenzen .. Newsroom .. Partner .. Personen .. Salon
|